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Radar-Charts im Fußball: Spieler visuell vergleichen

Ein einziges Bild erzählt dir alles über einen Fußballer. Die Form ist die Geschichte - und wer sie lesen kann, sieht Spieler mit völlig anderen Augen.

Was ist ein Radar-Chart - und warum liebt der Fußball ihn?

Ein Radar-Chart - auch Spider-Chart oder Spinnennetz-Diagramm genannt - ist ein kreisförmiges Diagramm mit mehreren Achsen, die wie Speichen eines Rads vom Mittelpunkt nach außen strahlen. Jede Achse steht für eine Metrik. Je weiter ein Datenpunkt vom Zentrum entfernt liegt, desto höher ist der Wert des Spielers in dieser Eigenschaft. Verbinde alle Punkte miteinander, erhältst du ein Polygon - ein Vieleck, dessen Form für jeden Spieler einzigartig ist. Im Fußball ist diese Form wirklich aufschlussreich. Ein Stürmer mit einem großen Polygon, das sich stark zur Offensiv-Achse wölbt, zeigt dir: dieser Spieler erzeugt Chancen, trifft Tore, schießt viel. Ein Mittelfeldspieler, dessen Polygon gleichmäßig in alle Richtungen wächst, zeigt dir: hier steckt ein kompletter Allrounder. Ein Innenverteidiger, dessen Form im defensiven Quadranten aufblüht, aber in der Kreativzone fast flach bleibt, beschreibt genau, welche Rolle er spielt und wie er sie ausfüllt. Radar-Charts haben sich zur Standard-Visualisierung in der Spieleranalyse entwickelt, weil Fußball ein mehrdimensionaler Sport ist. Eine Pass-Quote allein sagt wenig. Eine Zweikampfquote allein auch. Tore, Vorlagen, Schlüsselpässe, Fouls - keiner dieser Werte für sich beschreibt einen Spieler vollständig. Aber gemeinsam auf einem Radar aufgetragen ergeben sie einen Fingerabdruck - ein Profil, das du auf einen Blick verstehst und sofort mit einem anderen Spieler vergleichen kannst. Die visuelle Stärke dieser Darstellung ist auch der Grund, weshalb sie sich so schnell von der akademischen Analyse über Fernsehsendungen bis in Videospiele wie EA FC und Fan-Plattformen verbreitet hat. Wenn du einen Streit über zwei Mittelfeldspieler beenden willst, brauchst du keine Tabelle. Du willst ihre Formen nebeneinander sehen.

Wie man einen Radar-Chart liest

Einen Radar-Chart richtig zu lesen erfordert ein paar Grundkenntnisse, die beim ersten Kontakt leicht übersehen werden.

Das Zentrum ist null, der Rand ist Maximum

Jede Achse verläuft vom Mittelpunkt des Charts nach außen zum Rand. Das Zentrum steht für den niedrigsten möglichen Wert - meist null -, der äußere Rand für den höchsten Wert im Datensatz oder für 100, wenn das Diagramm als Perzentil dargestellt wird. Ein Datenpunkt am äußersten Rand einer Achse bedeutet: der Spieler steht in dieser Metrik ganz oben. Ein Punkt nahe dem Zentrum bedeutet: er liegt dort am unteren Ende. Diese Richtung ist bei positiven Metriken wie Toren und Vorlagen intuitiv - du willst deinen Stürmer so weit außen wie möglich. Bei Metriken wie Fouls und Gelben Karten braucht es aber etwas Nachdenken. Auf einer Disziplin-Achse kann der äußere Rand die wenigsten Fouls bedeuten - oder der Chart macht die Achsenrichtung in der Beschriftung deutlich, damit klar ist, was 'außen' bedeutet.

Die Fläche des Polygons ist nicht die ganze Wahrheit

Ein häufiger Fehler beim Lesen von Radar-Charts ist die Annahme, dass ein Spieler mit größerem Polygon automatisch besser ist. Als grobe Faustregel stimmt das oft - ein größeres Polygon signalisiert meist einen komplettere Spieler - aber es kann auch täuschen. Stell dir zwei Stürmer vor. Der eine hat ein riesiges Polygon, weil sein defensiver Beitrag enorm ist: er presst, grätscht, unterbricht Angriffe, gewinnt Kopfbälle vor dem eigenen Tor. Aber sein xG und seine Schussfrequenz sind mittelmäßig. Der andere hat ein kleineres Gesamtpolygon, aber sein Höchstwert liegt klar im Offensivquadranten und zeigt eine Elite-Torchance-Generierung. Der zweite Stürmer kann für die Bedürfnisse des Teams weit besser sein - auch wenn er auf dem Chart kleiner wirkt. Die Form, nicht die Fläche, ist der Ausgangspunkt echter Analyse.

Alle Achsen müssen in dieselbe Richtung zeigen

Ein gut gemachter Radar-Chart stellt sicher, dass 'besser' auf jeder Achse nach außen zeigt. Bei Toren, Vorlagen, Schlüsselpässen, erfolgreichen Dribblings - nach außen bedeutet besser. Bei Fouls und Gelben Karten, wenn sie enthalten sind, dreht der Chart-Designer die Achse um (außen = wenige Fouls) oder leitet eine positiv formulierte Metrik ab wie 'foulfreie Zweikämpfe gewonnen', die von Natur aus in die richtige Richtung fließt. Wenn du einen Radar - auch bei MatchAnalyzr - liest, prüfe immer die Achsenbeschriftungen, um die Ausrichtung zu verstehen.

Welche Metriken gehören auf einen Fußball-Radar?

Die Wahl der Achsen ist die wichtigste Designentscheidung bei einem Fußball-Radar-Chart. Zu wenige Achsen, und du verlierst Nuancen. Zu viele, und das Diagramm wird unlesbar. Die optimale Anzahl liegt bei sechs bis acht Metriken, gruppiert in klare Dimensionen, die zusammen das vollständige Bild eines Spielers ergeben. Das player-radar Widget von MatchAnalyzr nutzt sechs bis acht Metriken aus vier Dimensionen, die widerspiegeln, wie moderne Analysten über Spielerrollen denken.

Offensiv-Dimension

Diese Gruppe erfasst Torbedrohung und Schussproduktion. Die Kernmetriken sind xG pro 90 Minuten (erwartete Tore, normiert auf eine Spiellänge), Schüsse pro 90 und Tore pro 90. Diese drei zusammen zeigen, wie viel Gefahr ein Spieler erzeugt und wie effizient er Chancen nutzt. xG ist die ehrlichere Metrik hier - sie filtert Glück heraus und sagt dir etwas über die Qualität der Chancen, in die ein Spieler kommt, nicht nur ob ein Torwart patzte oder ein Ball abgefälscht wurde. Ein Stürmer mit vielen Schüssen aber geringem xG pro Schuss nimmt viele spekulative Versuche. Ein Stürmer mit weniger Schüssen aber hohem xG positioniert sich in den richtigen Momenten.

Kreativ-Dimension

Kreativität wird durch Expected Assists (xA), Schlüsselpässe pro 90 und manchmal progressive Pässe oder Läufe abgebildet. xA misst die Qualität der Chancen, die ein Spieler für Mitspieler schafft - dieselbe Logik wie xG, angewendet auf den Pass, der dem Schuss vorausgeht. Schlüsselpässe sind jene, die direkt zu einem Torschuss führen. Diese Dimension ist besonders aufschlussreich für offensive Mittelfeldspieler und Flügelspieler, wo der Unterschied zwischen einem Spieler, der gut aussieht, und einem, der tatsächlich Gefahr schafft, sichtbar wird. Ein Spieler mit fünf Schlüsselpässen pro Spiel, der aber nur 0,02 xA pro Schlüsselpass erzeugt, schafft mindere Chancen. Einer mit zwei Schlüsselpässen und 0,25 xA pro Pass schafft echte Bedrohungen.

Defensiv-Dimension

Diese Achsengruppe umfasst Zweikampfführung und Ballrückgewinnung: Tacklings pro 90, Abfangaktionen pro 90 und oft Pressings oder gewonnene defensive Duelle. Diese Metriken erfassen, wie aktiv ein Spieler ohne Ball agiert. Für Verteidiger und defensive Mittelfeldspieler ist diese Dimension das Herzstück des Radars. Für Stürmer zeigt sie, wie viel Pressing-Arbeit sie leisten. Ein intensiv pressender Mittelstürmer, der 60 Meter pro Spiel ohne Ball läuft, wird eine überraschend volle Defensivachse zeigen - nicht weil er klassisch verteidigt, sondern weil er den gegnerischen Spielaufbau stört.

Disziplin-Dimension

Disziplin ist die schwierigste Dimension, weil ihre Metriken von Natur aus negativ sind. Fouls pro 90 und Gelbe Karten pro Spiel sind Dinge, die man minimieren, nicht maximieren will. Auf einer Disziplin-Achse bedeutet ein Wert nahe am äußeren Rand des Charts typischerweise: der Spieler foult selten und bekommt kaum Karten - er ist diszipliniert. Ein Wert nahe dem Zentrum bedeutet: er foult häufig oder sieht zu oft Gelb. Manche Radar-Designs lösen das durch einen 'Disziplin-Score' - einen zusammengesetzten Wert, der die Rohdaten umkehrt, sodass die Außenrichtung immer besser bedeutet. Das hält die visuelle Logik über alle Achsen konsistent.

MatchAnalyzr: player-radar Widget

Das player-radar Widget in MatchAnalyzr trägt sechs bis acht Metriken aus vier Dimensionen - Offensiv, Kreativ, Defensiv und Disziplin - als Perzentilwerte relativ zu Positionskonkurrenten auf. Füge es im Premium-Plan zu jedem Dashboard hinzu und baue eine Watchlist mit bis zu 50 Spielern auf, die du über eine komplette Saison verfolgst.

Positionsspezifische Radars: Warum du nicht jeden mit demselben Chart vergleichen kannst

Einer der größten Fehler in der Amateur-Fußballanalyse - und in schlecht gemachten Radar-Tools - ist der Vergleich von Spielern verschiedener Positionen auf demselben Radar-Chart. Ein Torwart und ein Stürmer haben fundamental unterschiedliche Aufgaben. Ein Innenverteidiger und ein Flügelspieler agieren in verschiedenen Bereichen des Felds. Ihre Metriken-Profile werden sehr unterschiedlich aussehen - nicht weil einer besser ist als der andere, sondern weil sie völlig verschiedene Jobs erledigen. Ein Stürmer, der kaum an defensiven Zweikämpfen beteiligt ist, versagt nicht - er tut seinen Job. Ihn auf demselben Radar wie einen defensiven Mittelfeldspieler darzustellen, der Abfangaktionen und Tacklings ansammelt, lässt den Stürmer unvollständig wirken, selbst wenn er der beste Angreifer der Liga ist. Deshalb arbeitet seriöse Radar-Analyse mit positionsspezifischen Frameworks. Beim Vergleich zweier Stürmer sind die Achsen für Angreifer zugeschnitten: xG, Schüsse, Kopfballduelle, Wandspiel, Pressings. Beim Vergleich zweier zentraler Mittelfeldspieler verschiebt sich das: progressive Pässe, abgeschlossene Dribblings, Ballrückgewinne, Passgenauigkeit unter Druck. Das compare-players Widget von MatchAnalyzr wendet dieses Prinzip an, indem es positionsbewusste Metriken für den direkten Vergleich zeigt. Wenn du zwei Innenverteidiger auf den Overlay-Radar lädst, sind die ausgewählten Achsen für Verteidiger sinnvoll - nicht dieselben, die bei zwei offensiven Mittelfeldspielern erscheinen würden.

Per-90-Normalisierung: Das unverzichtbare Fundament

Rohe Zählstatistiken sind für Radar-Charts ohne Normalisierung fast wertlos. Ein Spieler, der in dieser Saison 3.000 Minuten gespielt hat, wird mehr Tacklings, mehr Schüsse und mehr Schlüsselpässe gesammelt haben als einer mit 1.200 Minuten - unabhängig von der Qualität. Ihre Rohwerte zu vergleichen sagt dir vor allem etwas über Spielzeit, nicht über Leistung. Die Lösung ist die Per-90-Normalisierung: teile jede Zählstatistik durch die Anzahl der 90-Minuten-Einheiten, die ein Spieler absolviert hat. Das wandelt Rohsummen in Raten um - Schüsse pro 90 Minuten, Tacklings pro 90, Schlüsselpässe pro 90. Jetzt ist ein Spieler, der 600 Minuten gespielt und vier große Chancen vorbereitet hat, als einer erkennbar, der alle 135 Minuten eine Chance schafft - direkt vergleichbar mit einem Spieler, der acht Chancen in 1.800 Minuten schuf, also alle 202 Minuten. Der Spieler mit niedrigerem Gesamtzähler erbringt in Wirklichkeit die höhere Rate. Ohne Per-90-Normalisierung würde der Radar-Chart lügen. Manche Metriken sind von Natur aus ratenbasiert und brauchen keine Anpassung - Passquoten, Zweikamp-Erfolgsraten und ähnliche Prozentwerte berücksichtigen das Volumen bereits. Aber für Zählstatistiken ist Per-90 in jedem seriösen Radar unverzichtbar.

Perzentil-Ranking: Im Vergleich mit Gleichaltrigen am gleichen Niveau

Selbst nach der Per-90-Normalisierung bleibt ein Problem: Was bedeuten 2,3 Tacklings pro 90 eigentlich? Ist das viel? Wenig? Durchschnittlich? Ohne Kontext ist eine rohe Zahl auf einer Radar-Achse schwer zu deuten. Das Perzentil-Ranking löst dieses Problem elegant. Statt des Rohwerts pro 90 berechnest du, wo der Spieler im Vergleich zu allen Spielern seiner Position in der relevanten Liga oder dem relevanten Wettbewerb steht. Ein Spieler im 85. Perzentil bei Tacklings pro 90 tackelt mehr als 85 Prozent seiner Positionskonkurrenten. Diese 85 auf der Achse, und der Betrachter hat sofort Kontext - ohne tiefes Wissen über typische Tackle-Raten in der Liga. Perzentil-Radars haben sich zum Standard in Elite-Scouting-Tools entwickelt, weil sie sofort interpretierbar sind. Ein Polygon, das auf drei Achsen bis ins 90. Perzentil reicht und auf einer Achse beim 40. liegt, macht unmittelbar klar, wo der Spieler elite ist und wo er nur Mittelmaß. Der eine Vorbehalt: Perzentile sind nur aussagekräftig, wenn sie gegen die richtige Vergleichsgruppe berechnet werden. Das Perzentil eines Stürmers sollte unter anderen Stürmern in derselben Liga oder vergleichbaren Wettbewerben ermittelt werden. Einen offensiven Mittelfeldspieler gegen alle Feldspieler zu vergleichen würde das Bild verzerren - er würde bei rein defensiven Metriken allein aufgrund seiner Rolle niedrig landen.

Die Form lesen: Spezialist vs. Allrounder

Die eigentliche Stärke eines Radar-Charts liegt darin, was die Form über den Spielertyp verrät - welche Art Fußball er spielt und welche Rolle am besten zu ihm passt. Ein Spezialist zeigt einen Radar, bei dem eine oder zwei Achsen weit nach außen ragen, während andere nahe am Zentrum bleiben. Ein klinischer Torjäger, der wenig anderes tut, zeigt eine große Spitze in den xG- und Tore-Achsen bei bescheidenen Werten überall sonst. Die Form sieht aus wie ein schmaler Keil, der in eine Richtung zeigt. Dieser Spieler ist außerordentlich gut in einer Sache. Ein Allrounder zeigt ein runderes, volleres Polygon - nicht unbedingt an der Außenkante bei irgendeiner einzelnen Achse, aber überall bei einem soliden Perzentil. Denk an einen kompletten Mittelfeldspieler, der gut tackelt, präzise passt, Chancen schafft und in der Luft besteht. Keine Achse dominiert, aber keine ist auch gefährlich kurz. Die Form ist nahezu kreisförmig - ausgewogen, vollständig. Zwischen diesen Extremen liegen die meisten Spieler. Die Form zu verstehen hilft dir, einen Spieler zu einem System zu matchen. Ein Team, das vorne einen verlässlichen Press-Starter sucht, will einen Angreifer, dessen Polygon stark in den Pressing-Metriken und der Duelle-Dimension ist. Ein Ballbesitz-orientiertes System, das einen tief stehenden Spielmacher sucht, will einen Mittelfeldspieler, dessen Form bei progressiven Pässen und Schlüsselpässen aufblüht - nicht unbedingt bei Toren oder defensiven Aktionen. Wenn du zwei Spieler-Radars nebeneinanderlegst - die Overlay-Ansicht - zeigt die überlappende Fläche, wo die Spieler ähnlich sind, während die Bereiche, wo ein Polygon über das andere hinausragt, zeigen, wo sie sich unterscheiden. Zwei Stürmer, deren Radars sich fast vollständig überlappen, sind echte gleichwertige Alternativen. Zwei Stürmer, deren Formen fast entgegengesetzt sind, passen in sehr verschiedene Teams.

Berühmte Vergleiche: Was ikonische Radars zeigen

Die Messi-gegen-Ronaldo-Debatte hat mehr Radar-Charts erzeugt als fast jeder andere Vergleich in der Fußballgeschichte - und aus gutem Grund. Ihre Radars illustrieren den Unterschied zwischen Spezialist und Allrounder besser als jedes abstrakte Beispiel. Cristiano Ronaldos Radar in seinen Spitzenjahren bei Real Madrid zeigte eine dominante Offensivachse - xG und Tore pro 90 ganz oben auf der Skala - kombiniert mit überraschend starken Luft- und Körperduellen. Seine Kreativ- und Defensivachsen waren zurückhaltender. Die Form sagte dir: das ist ein Elite-Torjäger und Kopfballdominant, ein Spieler, dessen Team ihn in Abschluss-Positionen bringen muss. Lionel Messis Radar sah im gleichen Zeitraum anders aus: Die Offensivachse war ebenfalls dominant, aber die Kreativachse - Schlüsselpässe, xA, abgeschlossene Dribblings - blühte genauso weit auf. Die Form war breiter und runder. Sie sagte dir: das ist ein Spieler, der für sich und für Mitspieler schafft, der Endpunkt und Schöpfer gleichzeitig sein kann. Keine Form ist objektiv besser. Sie sagen dir verschiedene Dinge darüber, wie jeder Spieler beiträgt - und daher, welche Art Mannschaft gebaut werden muss, um ihn zu maximieren. Ronaldo gedieh in Teams, die für ihn schufen. Messis Teams wurden oft so gebaut, dass er den Ball erhielt und selbst entschied, was damit passiert. Die Radars spiegelten diese Realität klar wider. In einem Transfer-Scouting-Kontext ist diese Art der Overlay-Analyse unschätzbar. Wenn ein Verein Ersatz für einen bestimmten Spieler sucht, ist der ideale Kandidat einer, dessen Radar eine ähnliche Form hat - nicht nur in der Gesamtqualität, sondern in der Dimensionsverteilung.

MatchAnalyzr: Overlay-Vergleich

Das compare-players Widget rendert zwei Radar-Charts als transparentes Overlay auf denselben Achsen. Wechsle zwischen zwei beliebigen Spielern deiner Watchlist, schalte zwischen absoluten Per-90-Werten und Perzentil-Ansicht um, und erkenne auf einen Blick, welcher Spieler in welcher Dimension führt. Verfügbar im Premium-Plan.

Die Grenzen von Radar-Charts

Radar-Charts sind mächtig, aber auch leicht zu missbrauchen. Ihre Grenzen zu kennen macht dich zu einem besseren Analysten.

Die Wahl der Achsen verändert alles

Welche Metriken auf den Achsen erscheinen, bestimmt fundamental, was der Chart aussagt. Ein Radar ohne defensive Metriken lässt jeden Angreifer gut aussehen. Ein Radar aus Volumenmetriken ohne Qualitätsmaße begünstigt fleißige Spieler gegenüber effektiven. Wenn dir jemand einen Radar zeigt, ohne die Metrikwahl zu erklären, ist deine erste Frage: welche Achsen wurden weggelassen? Deshalb ist Transparenz über die Methodik wichtig. Das player-radar Widget von MatchAnalyzr zeigt auf jeder Achse die genaue Metrik - du weißt immer, was du siehst.

Die Fläche kann visuell täuschen

Die vom Polygon eingeschlossene Fläche wächst schneller als die zugrunde liegenden Werte. Wenn ein Spieler seinen Wert auf jeder einzelnen Achse verdoppelt, mehr als verdoppelt sich die Fläche seines Polygons - sie wächst um das Quadrat des Skalierungsfaktors. Das kann visuelle Unterschiede dramatischer erscheinen lassen, als sie wirklich sind. Zwei Spieler, die auf jeder Metrik 15 Prozent auseinanderliegen, sehen auf einem Radar deutlich weiter entfernt aus, als dieser Unterschied es nahelegt.

Kontext, den der Chart nicht zeigen kann

Radar-Charts können die Qualität der Mannschaft, in der ein Spieler agiert, sein Alter und seine Verletzungshistorie, seine Vertragssituation oder seine Persönlichkeit nicht zeigen. Ein Spieler mit außergewöhnlichem Radar, der drei Saisons bei einem dominanten Champions-League-Klub verbracht hat, könnte durch die Qualität seiner Vorlagen aufgeblasen sein. Derselbe Spieler bei einem Mittelfeld-Klub mit stärkerem Defensivdruck würde möglicherweise deutlich anders aussehen. Deshalb funktionieren Radars am besten als Ausgangspunkt der Analyse, nicht als ihr Ende. Die Form führt dich zu interessanten Spielern. Zu verstehen, warum die Form so aussieht - und ob diese Zahlen in einen neuen Kontext übertragen werden können - erfordert tiefere Untersuchung.

Radar-Charts für Scouting und Transfer-Analyse nutzen

Im professionellen Fußball sind Radar-Charts zum Kernwerkzeug in der ersten Phase des Scouting-Prozesses geworden - der Filter- und Shortlisting-Phase. Ein Analyst, der einen Rechtsaußen mit einem bestimmten Profil sucht, könnte damit beginnen, Radars für jeden Rechtsaußen in einer Zielliga über einem Mindest-Minuten-Schwellenwert zu generieren. Spieler, deren Formen der Vorlage entsprechen, kommen auf die Shortlist für die Videoanalyse. Spieler, deren Formen weit abweichen, werden zunächst deprioritisiert. Das funktioniert, weil der Radar mehrdimensionale Information effizient kommuniziert. Statt Tabellenspalten einzeln zu sortieren - erst nach xG, dann nach xA, dann nach Defensiv-Arbeitsrate - kann ein Analyst all diese Dimensionen gleichzeitig in der Form des Polygons sehen. Für MatchAnalyzr-User gilt dieselbe Logik beim Verfolgen von Spielern für Fantasy-Zwecke, beim Aufbau von Watchlists oder einfach beim Verstehen, warum ein Spieler auf dem Platz wirkungsvoll aussieht, obwohl seine Tore-Bilanz bescheiden erscheint. Ein Mittelfeldspieler, dessen Radar groß in der Kreativachse aber klein in der Tore-Achse ist, versagt nicht - er ist von Natur aus ein Schöpfer. Sein Wert liegt in den Chancen, die er für andere generiert, und das wird im xG seiner Mitspieler erscheinen, nicht in seinem eigenen. Das compare-players Widget geht einen Schritt weiter, indem es zwei Radars auf demselben Chart als transparentes Overlay platziert. Das ist der mächtigste Anwendungsfall: du siehst genau, wo ein Spieler den anderen übertrifft und wo die Rollen austauschbar sein könnten. Bei einem Fantasy-Transferfenster oder einer echten Scouting-Entscheidung ist dieses Overlay oft das entscheidende Bild.

MatchAnalyzr: MA-Score und Radar-Dimensionen

Der MA-Score von MatchAnalyzr (0-100) basiert auf derselben Dimensionsgliederung wie der Radar-Chart: Offensiv, Kreativ, Defensiv und Disziplin leisten jeweils einen gewichteten Beitrag zur Gesamtpunktzahl. Der Radar zeigt dir die Form; der MA-Score verdichtet sie zu einer einzigen Zahl für schnelles Filtern und Rangieren über deine gesamte Watchlist.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Radar-Chart im Fußball?
Ein Radar-Chart (auch Spider-Chart genannt) ist ein kreisförmiges Diagramm mit mehreren Achsen - eine pro Metrik - die vom Mittelpunkt nach außen strahlen. Die Werte eines Spielers werden auf den Achsen eingetragen und verbunden, um ein Polygon zu bilden. Die Form dieses Polygons zeigt dir auf einen Blick das Profil des Spielers: in welchen Dimensionen er brilliert, wo er bescheiden ist, und wie er sich zu anderen Spielern verhält, wenn Radars überlagert werden.
Warum ist Per-90-Normalisierung für Radar-Charts wichtig?
Die Per-90-Normalisierung teilt jede Zählstatistik (Tore, Tacklings, Schlüsselpässe) durch die Anzahl der 90-Minuten-Einheiten, die ein Spieler absolviert hat. Ohne sie haben Spieler mit mehr Minuten allein durch ihre höhere Spielzeit größere Werte - nicht weil sie besser sind. Die Normalisierung auf Per-90 macht Ratenvergleiche fair, unabhängig davon, wie viel Spielzeit ein Spieler hatte.
Kann ich einen Stürmer und einen Mittelfeldspieler auf demselben Radar-Chart vergleichen?
Du kannst, aber du musst bei der Achsenwahl sehr vorsichtig sein. Ein positionsübergreifender Vergleich macht nur Sinn, wenn die gewählten Achsen für beide Rollen relevant sind. Einen Stürmer und einen Mittelfeldspieler auf einem Radar zu vergleichen, der für Stürmer gebaut ist, lässt den Mittelfeldspieler schwach wirken, weil er naturgemäß nicht denselben xG und dieselbe Schussfrequenz hat. Für bedeutungsvollen Vergleich nutze entweder positionsspezifische Radars oder ausschließlich Metriken, die für beide Positionen fair gelten.
Was bedeutet ein großes Radar-Polygon?
Ein größeres Polygon deutet im Allgemeinen auf einen kompletten Spieler hin - einen, der in mehreren Dimensionen gut ist, nicht nur in einer oder zwei. Allerdings macht ein großes Polygon durch starke defensive Beiträge einen Spieler nicht automatisch zu einem besseren Angreifer als einen mit kleinerem, aber scharf gezeichnetem Offensivpolygon. Lies immer die Form, nicht nur die Größe.
Was ist der Unterschied zwischen einem Perzentil-Radar und einem Rohwert-Radar?
Ein Rohwert-Radar trägt die tatsächlichen Per-90-Zahlen auf jeder Achse auf. Ein Perzentil-Radar wandelt diese Zahlen in einen Rang relativ zu Positionskonkurrenten um - der äußere Rand jeder Achse bedeutet also 'Spitze der Vergleichsgruppe' statt eines numerischen Maximalwerts. Perzentil-Radars sind leichter zu interpretieren, weil du sofort verstehst, wo ein Spieler im Vergleich steht, ohne die typischen Werte der Metrik kennen zu müssen.

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